Landauer Neue Presse, Ausgabe 23.04.2014: Zum „Top-Unternehmen des Monats" gekürt

 

Landau/Harburg. (hw) Sie gelten als unkaputtbar: Die Kickerkästen der Firma Leonhart. Der bekannte in Harburg ansässige Hersteller von Tischfussballgeräten ist einer von fünf auf der Welt, deren Produkte für höchste Qualitätsstandards stehen. Quasi als nachträgliches Geburtstagsgeschenk - Anfang des Monats konnte man das 65-jährige Bestehen feiern - erhielt die Firma Leonhart am gestrigen Mittwoch von Regierungspräsident Heinz Grunwald das Prädikat „Top-Unternehmen des Monats" verliehen. Grunwald tat dies in seiner Funktion als Vorsitzender des „Niederbayern-Forums" e. V., das auf diese Weise allmonatlich herausragende und erfolgreiche Betriebe im Regierungsbezirk würdigt.

Wieder einmal steht eine Fußballweltmeisterschaft vor der Tür. Nicht nur die Hersteller von Fanartikeln aller Art verdienen daran, sondern auch der Verkauf von Tischkickern, wie sie von der Firma Leonhart produziert werden, wird davon gepusht. Die Geräte aus Harburg sind jedoch nicht irgendwelche, vielmehr stehen sie im Ruf außerordentlicher Robustheit. Kein Wunder, dass es in Zeiten, als es der Firma nicht so gut ging, hieß, dass ihre Langlebigkeit mit ein Grund sei, weshalb weniger neue Geräte gekauft werden. Inzwischen haben sich die Verkaufszahlen stabilisiert, rund 2500 Geräte werden jährlich hergestellt, dank WM heuer sicherlich über 3000.

Helga Fiedler, die mit ihren Söhnen Andreas und Christian den Betrieb führt, gab ihren Gästen einen kurzen Abriss über die Firmengeschichte. Neben Regierungspräsident Grunwald waren unter anderem auch Landrat Heinrich Trapp, Pilstings Bürgermeister Josef Hopfensperger, der Vizepräsident der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, Karl-Heinz Moser, Hans Meyer, Bereichsleiter Kundenservice bei der Industrie- und Handelskammer und Michael Kliebenstein, Geschäftsführer des Niederbayern-Forums e. V., zugegen. Leonhart ist erst die zweite Firma im Landkreis Dingolfing-Landau, die mit diesem Prädikat bedacht wurde. Entsprechend stolz durfte Helga Fiedler sein, als sie an die Betriebsgründung durch ihren Vater erinnerte. Von Haus aus Möbelschreiner, dessen erster Verkaufsschlager eine Schlafcouch war, brachte ihn sein Erfindergeist auf die Tischfußballgeräte. Schon bald wurde die Werkstatt in Harburg zu klein und man übernahm die Schreinerei Pollinger in Aufhausen samt Belegschaft. Bereits 1967 konnte der 20 000. Kickerkasten ausgeliefert werden. Es gab fast keine Gastätte mehr ohne Leonhart-Spielgerät. Dann nahm man noch Billardtische ins Sortiment auf. Bis zu 90 Mitarbeiter hatte man zeitweise. Doch der Boom hielt nicht ewig, der Betrieb in Aufhausen wurde aufgegeben Als 2002 der Vater gestorben war, gab es bald einen neuen Aufschwung durch die Umstellung auf Euro. Einen noch größeren Schub brachte die WM 2001 in Deutschland, Leonhart machte von sich reden mit einem Kickerkasten für 22 Spieler. Der mittlerweile schon legendäre Ruf der Leonhart-Geräte fand auch seinen Ausdruck durch eine Sonderausstellung in Deggendorf. Längst ist der Kicker „weg von der Kneipe" sondern als Zeitvertreib an Orten wie Mittagsbetreuung und Jugendzentren anzutreffen. Wie im richtigen Fußball gibt es Verbände um Meisterschaften auf internationaler Ebene, bei denen die Deutschen übrigens sehr erfolgreich sind. [...]

 

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